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DER DRITTE ORDEN DES KARMEL TOCarm - johannes soreth

Mein Gott lebt, und ich stehe vor SEINEM Angesicht

Das Charisma
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Ein Charisma ist ein Geschenk Gottes an die Kirche für die Welt. Im Hinblick auf einen religiösen Orden bezieht sich der Begriff auf das Geschenk, das Gott gibt, um eine Einzelperson oder eine Gruppe auf die Gründung einer neuen religiösen Familie in der Kirche zu begeistern. Dieses Geschenk ist durch die Jahrhunderte überliefert und bereichert durch alle, die berufen waren, es zu leben sind. Das Charisma jeder einzelnen religiösen Familie ist ein besonderer Weg, auf dem ihre Mitglieder aufgerufen sind, Christus zu folgen. Da alle Christen Christus zu folgen, haben die Charismen viele Elemente gemeinsam, aber die Art und Weise, in der diese Elemente betont werden, verleiht jeder religiösen Gemeinschaft ihre Einzigartigkeit. Alle religösen Gemeinschaften sind von der Kirche gebeten, ihr ursprüngliches Gründungscharisma wieder zu entdecken und es lebendig zu machen in jeder Kultur und zu jeder Zeit. Die Regel des heiligen Albert und die treue Befolgung der Karmeliten geben dem Charisma Gestalt. Wir können sagen, dass es mehrere Elemente gibt, aus denen das Charisma des Karmel besteht. Erstens und am wichtigsten, es ist ein Weg der Nachfolge Christi mit ganzer Hingabe. Karmeliten tun dies, indem sie versuchen, kontemplative Gemeinschaften für den Dienst am Volk Gottes zu bilden, in dessen Mitte sie leben. Geschwisterlichkeit, Dienst und Kontemplation sind daher wesentliche Werte für alle Karmeliten.

 

Kontemplation

Das Herz des Charismas des Karmel ist das Gebet und Kontemplation. Die Qualität unseres Gebetes bestimmt die Qualität des gemeinschaftlichen Lebens und die Qualität des Dienstes für die Menschen. Das Ziel des karmelitanischen Lebens ist die Gemeinschaft mit Gott. Wir sind bestrebt, in Gottes Gegenwart und in der Zustimmung zu Gottes Willen für uns zu leben. Das führt uns in das Hören auf Gott, der zu uns in vielerlei Weise spricht, vor allem in den Worten der Schrift. Das Gebet ist die Art, wie wir uns auf Gott beziehen und wie wir in Freundschaft mit Christus wachsen. In diesem Mass wird unser Gebet immer einfacher. Die Beziehung mit Christus wird uns verändern und uns antreiben, um aus dem Gefängnis der Selbstsucht auszubrechen in Richtung auf das helle Tageslicht der reinen Liebe zu Gott und unseren Mitmenschen. Wir sind aufgerufen, uns auf eine Reise des Glaubens aufzumachen, wobei wir nach und nach alles, was nicht Gott, abzustreifen beginnen, so dass wir ganz auf Christus setzen können. Wir tun, was wir vermögen, um auf die Initiative Gottes, der in uns ruft, zu reagieren, aber wir sind uns bewusst, dass am Ende nur Gott unsere Herzen ändern kann. Und so lernen wir geduldig auf das Kommen Gottes zu uns und in uns zu warten. Wenn wir auf diesem Weg des Vertrauens in Gott Christus folgen, sind wir durch das Beispiel und die Tugenden Marias, der Mutter Jesu, und durch den Propheten Eljia inspiriert.

Gebet und Kontemplation sind für die Karmeliten nicht private Dinge zwischen dem Einzelnen und Gott, sondern sie werden mit anderen geteilt, da das Charisma für die ganze Welt gegeben wird. Die Karmeliten sind sich bewusst, dass die Formung des menschlichen Herzens durch Gott vor der Öffentlichkeit verborgen ist, dass sie aber weitreichende Folgen für unsere Welt hat. Die Art und Weise des Gebetes ist geheimnisvoll und geht über unsere normalen menschlichen Kategorien hinaus. Das Gebet öffnet uns für das letzte Geheimnis.

 

Geschwisterlichkeit

Karmeliten wollen Gemeinschaften bilden, in denen sich jedes Mitglied angenommen weiß und sich geschätzt fühlt - nicht für das, was es tun kann, sondern einfach deshalb, weil es ist. Diese Art von Gemeinschaft ist an sich ein Zeugnis dafür, dass die Liebe Christi die Barrieren, die Menschen einrichten, niederreißen kann und dass es für Menschen unterschiedlicher Herkunft und Nationalitäten möglich ist, in Frieden und Harmonie zusammen zu leben. Karmeliten sind sich auch bewusst, Teil einer internationalen Gemeinschaft zu sein, die in vielen Teilen der Welt präsent ist.

 

Dienst

Die Einsiedler waren einst gezwungen, ihre Heimat auf dem Berg Karmel zu verlassen und sich in Europa anzusiedeln. Dort Änderten sie ihren Lebensstil von Einsiedlerndasein zum Mönchtum. Der wesentliche Unterschied ist der, dass Mönche berufen sind, unter anderem auch dem Volk Gottes zu dienen. Einige Ordensgemeinschaften wurden für eine bestimmte Arbeit gegründet. Der Karmelitenorden versucht einfach, auf die Bedürfnisse der Kirche und der Welt, die je nach Zeit und Ort unterschiedlich sind, zu reagieren. So arbeiten Brüder und Schwestern z.B. in Pfarreien, Schulen, Universitäten, Krankenhäusern, Einrichtungen der Kultur etc.. Die Art des Dienstes, an dem das einzelne Ordensmitglied beteiligt ist, richtet sich nach den Erfordernissen für die Menschen, in deren Mitte es lebt, und wird durch seine je eigenen besonderen Talente bestimmt.(angelehnt an: http://ocarm.org)